Doch, über Bauernproteste in Deutschland haben viele Medien berichtet

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Auf Facebook kursieren mehrere Fotos und Videos von Traktoren auf verschneiten Straßen (hier und hier). Sie zeigen laut der Beschreibung Protest-Aktionen von Landwirten. Dazu wird behauptet, die Medien würden über diese Proteste nicht berichten. Das sei „eine große Sauerei“, heißt es in einem der Beiträge. Sie wurden zusammen mehr als 10.000 Mal geteilt. 

Ob das Foto in diesem Beitrag tatsächlich von den Protesten Anfang Februar stammt, ist unklar: Eine Bilder-Rückwärtssuche zeigt, dass es am 8. Februar einige Male auf Twitter verwendet wurde, etwa hier und hier. Das Video aus diesem Beitrag wurde, wie am Fernsehturm im Hintergrund zu erkennen ist, in Berlin aufgenommen. In den Beiträgen wird behauptet, die Aufnahmen seien am 9. Februar entstanden. Die Wetterlage in dem Bildmaterial passt zu der Behauptung – in der Hauptstadt kam es in den vergangenen Wochen erstmals seit Jahren wieder zu starkem Schneefall. Um den 9. Februar demonstrierten laut Medienberichten etwa 800 Landwirte in Berlin. 

Medien berichteten mehrfach über Proteste

Dass es keine mediale Berichterstattung über die Proteste gab, ist falsch: Landwirte demonstrieren seit Monaten gegen den Verfall der Milch- und Fleischpreise und zahlreiche Medien berichten darüber

Ein am 10. Februar verabschiedetes Gesetz zum Insektenschutz führte zu erneuten Protesten – die mutmaßlich in dem auf Facebook verbreiteten Bildmaterial zu sehen sind – und Medienberichten: Das Gesetz sieht unter anderem vor, Streuobstwiesen zu erhalten und verbietet den Einsatz von Pestiziden im Umkreis von zehn Metern um Gewässer. Das sei eine Enteignung durch die Hintertür, kritisieren Vertreter der Landwirte, wie die Hessenschau berichtet. Der Präsident des Bauernverbandes erklärte laut einer Pressemitteilung: „Dieses Gesetzespaket gefährdet die Existenzgrundlage vieler Bauernfamilien.“ 

Es berichteten außerdem der RBB und der NDR am 26. Januar, die Süddeutsche Zeitung am 6. Februar und der Tagesspiegel am 9. Februar. Die Zeitung berichtet unter anderem auch darüber, dass die Proteste in Telegram-Kanälen der „Querdenker“-Szene beworben worden seien und dort immer wieder Symbole mit NS-Vergangenheit zu sehen seien. Der SWR berichtete ebenfalls am 9. Februar (ab Minute 9:10 im Video) und das Redaktionsnetzwerk Deutschland am 10. Februar

Auch über Proteste, die nicht in Berlin stattfanden, wurde berichtet, etwa hier und hier. Dasselbe gilt für Proteste, die Ende 2020 stattfanden.

Redigatur: Sarah Thust, Till Eckert

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