Die Stadt muss endlich handeln!

Die Stadt muss endlich handeln!

Seit Wochen vernachlässigt die Stadt Köln die Menschen in Chorweiler. Das Impfen darf nicht zur sozialen Frage werden.

Mit großer Sorge und Unverständnis nehmen wir die Untätigkeit der Stadt Köln in den letzten Wochen wahr. Bereits vor über einem Monat hat das Fraunhofer-Institut eine Studie zur Entwicklung der Corona-Pandemie in der Stadt Köln veröffentlicht. Die Studie hat das bewiesen, was wir seit Monaten befürchtet haben. Es war ein klarer Zusammenhang zwischen dem sozialen Hintergrund und den hohen Infektionszahlen in einigen Stadtteilen zu erkennen. Gerade der Stadtbezirk Chorweiler war mit dem höchsten Inzidenzwert von allen Kölner Stadtbezirken stark getroffen. Monatelang waren unsere Forderungen nach einem flächendeckenden Ausbau der Testinfrastruktur nicht gehört worden. Die Stadt Köln hatte sich aus der Verantwortung gestohlen und auf eine private Testinfrastruktur gesetzt. Dabei war offensichtlich, dass die private Testinfrastruktur in den Stadtteilen aufgebaut werden würde, in denen der höchste Profit generiert wird. Erst nach der Veröffentlichung der Studie des Fraunhofer-Instituts hat die Stadt Köln kommunale Testzentren in Chorweiler, Mülheim, Finkenberg, Kalk und Meschenich aufgebaut.

Köln steht jetzt an einem Scheideweg bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Die veröffentlichen Infektionszahlen in den 86 Veedeln bestätigen den Eindruck der Fraunhofer-Studie auf dramatische Weise. Während der Inzidenzwert in Chorweiler bei 520,1 liegt, gibt es keine positiv Getesteten im Hahnwald. Wir kämpfen seit Monaten für die Menschen im Kölner Norden und fühlen uns von der Stadt komplett vernachlässigt. Angesichts der schlechten ärztlichen Infrastruktur und der fehlenden Unterstützungsangebote für viele Menschen in Chorweiler und Umgebung steht die Impf-Kampagne vor großen Herausforderungen. Deshalb hat die Bezirksvertretung vor zwei Wochen einstimmig für ein Impfangebot im Kölner Norden gestimmt. Bisher aber ohne Reaktion von der Stadt.

Wir fordern angesichts der Ernsthaftigkeit der Lage die Stadt auf:

  1. Impfungen im Veedel durchzuführen
  2. Multiplikatoren vor Ort in die Kommunikation einzubinden
  3. Beratung und Unterstützungsangebote für die Menschen vor Ort anzubieten
  4. Die Impfungen mehrsprachig zu kommunizieren

Alle Menschen in Köln müssen die gleichen Chancen auf ein Impfangebot haben und die Unterstützung bekommen, die sie für die einzelnen Schritte auf dem Weg zur Impfung benötigen. Impfungen müssen dezentral und niedrigschwellig angeboten werden. Das Impfen darf nicht zur sozialen Frage werden. Dieselben Fehler beim Testen dürfen beim Impfen nicht wiederholt werden. Die Stadt muss jetzt handeln!

Rolf Mützenich, MdB für den Kölner Norden

Andreas Kossiski, MdL für den Kölner Norden

Inan Gökpinar, Fraktionsvorsitzender der SPD in der Bezirksvertretung Chorweiler

Mattis Dieterich, Vorsitzender der SPD im Kölner Norden

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