30. April 2026
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Als ein Wal im Rhein über Köln bis Remagen schwamm
Das Schicksal des Wals Timmy bewegte zuletzt viele Menschen in Deutschland. Was viele nicht (mehr) wissen: Eine ganz ähnliche Geschichte hat sich schon einmal abgespielt – mitten im Rhein. Und auch in Köln.
➡️ Am 18. Mai 1966 melden Rheinschiffer bei Duisburg etwas, das zunächst niemand ernst nimmt: ein weißer Wal im Fluss. Die Wasserschutzpolizei prüft die Meldung – und steht kurz darauf selbst vor einer zoologischen Ausnahmeerscheinung. (Foto: IMAGO / imagebroker)
Tatsächlich schwimmt dort ein Beluga, ein Weißwal aus den kalten Gewässern der Arktis. Mehrere tausend Kilometer entfernt von seinem eigentlichen Lebensraum.

📍 In den folgenden Wochen bewegt sich das Tier flussaufwärts. Es passiert Düsseldorf, später auch Köln. Immer wieder wird es gesichtet, verschwindet, taucht an anderer Stelle wieder auf. Schließlich schwimmt der Wal bis hinter Bonn den Rhein aufwärts.
Für viele Menschen wird der Rhein in diesen Tagen zum Aussichtspunkt. Wer Glück hat, sieht den 4 Meter langen Wal beim Auftauchen – oft nur für wenige Sekunden. Der Name ist schnell gefunden: „Moby Dick“.
Besonders deutlich wird das in Bonn, damals Regierungssitz. Als die Nachricht eintrifft, dass der Wal in der Nähe des Bundeshauses gesichtet wurde, unterbrechen Journalisten ihre Arbeit in der Bundespressekonferenz und gehen ans Rheinufer.
📍 Eine ungewöhnliche Art der Prioritätensetzung. Damals standen die Leute nicht mit ihren Handys am Ufer und filmten – es war noch eine andere Zeit.
Parallel beginnt der Versuch, Einfluss auf den Weg des Tieres zu nehmen. Mit Booten, Netzen und technischen Mitteln wird versucht, es einzufangen oder umzulenken. Moby Dick entzieht sich immer wieder – mal durch Geschwindigkeit, mal, indem er abtaucht und verschwindet.
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📍 Mit der Zeit rückt ein anderer Aspekt in den Vordergrund: der Zustand des Flusses. Fachleute beobachten Veränderungen an der Haut des Tieres und warnen, dass die Bedingungen im Rhein für einen Meeressäuger problematisch sind.
In den 1960er-Jahren ist der Fluss stark belastet, industrielle Einleitungen prägen vielerorts die Wasserqualität.
Nach mehreren Wochen dreht das Tier schließlich ab und schwimmt wieder flussabwärts. Mitte Juni wird es in den Niederlanden ein letztes Mal gesehen – auf dem Weg zurück in Richtung Nordsee – nach über 4 Wochen im Rhein. Die Geschichte von Moby Dick ist also eine mit einem Happy End.
➡️ Ihr kennt bestimmt auch das Schiff in Walform mit dem Namen Moby Dick, das ihr oben im Artikel im Foto seht? Das Schiff (45 Meter Länge) ist in Anlehnung an den Wal im Rhein entstanden und wurde 1976 in Oberkassel gebaut.

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