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Beiträge veröffentlicht in Mai 2017

Henriette Reker im Stadtgespräch: „Ich habe Angst, in Köln Fahrrad zu fahren“

Etwa gegen Mitte der Veranstaltung überraschte Oberbürgermeisterin Henriette Reker mit einem Geständnis: „Ich habe Angst, in Köln Rad zu fahren“, sagte sie. „Ich fahre nur im Urlaub Fahrrad.“ Köln müsse eine fahrradfreundlichere Stadt werden, befand die Oberbürgermeisterin.

Zuvor hatten mehrere Bürger die teils schlechte Situation für Radfahrer in Chorweiler und auch in anderen Stadtteilen angesprochen – und nutzten nun das „Stadtgespräch“, um Reker mit Fragen, Anregungen und Kritik zu konfrontieren.

In den letzten Monaten hat das städtische Oberhaupt acht Stadtbezirke abgeklappert, um mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen und zu diskutieren, wie eine bessere Bürgerbeteiligung aussehen könnte. Chorweiler war ihre letzte Station.

„Wir möchten die Möglichkeit geben, gemeinsam mit ihnen Leitlinien für eine Bürgerbeteiligung zu entwickeln“, erklärte die Oberbürgermeisterin. Doch der Andrang hielt sich in Grenzen. Gerade mal 150 Menschen nahmen an der Veranstaltung teil, viele Plätze blieben leer.

Bürger sollen früher in Bauprojekte einbezogen werden

An Stellwänden gab es die Gelegenheit, Meinungen aufzuschreiben: beispielsweise, wo die Chancen und Grenzen von Bürgerbeteiligungen liegen, wie Menschen vonseiten der Stadt aktiviert und angesprochen werden können und was sich die Teilnehmer unter einer guten Bürgerbeteiligung vorstellen.

Ein mehrfach geäußerter Wunsch war die sehr viel frühere Einbeziehung der Bürger in Bauprojekte. Ein möglicher Weg sei demnach die Veröffentlichung einer entsprechenden Liste in Supermärkten oder an Infoständen auf Wochenmärkten – und das am besten leicht verständlich und mehrsprachig. „Ich werde immer wieder auf mehr Transparenz hingewiesen“, sagte Reker.

„Ich glaube auch, dass das das Geheimnis ist.“ Allerdings habe Bürgerbeteiligung Grenzen, „wo Einzelinteressen da sind“, sagte Reker. „Wenn wir Entscheidungen treffen, müssen wir an das Gemeinwohl denken.“ Einzelinteressen müsse man dennoch aufnehmen und genau erklären, warum sie nicht umgesetzt werden können. „Dann können wir beweisen, dass wir es ernst meinen.“

Eine frühere Einbeziehung wünschte sich auch ein Anwohner aus Fühlingen für die dort geplante Flüchtlingseinrichtung. Die Stadt baut eine Unterkunft für 240 Menschen. In Fühlingen leben rund 2000 Anwohner – für viele ist die Anzahl der Flüchtlinge zu groß. „Es gibt eine große Bereitschaft, zu helfen“, sagte der Anwohner. „Aber das wurde kurz vor Weihnachten im Rat durchgeboxt, da wird es eng für eine Bürgerbeteiligung.“

Doch laut Reker sei genau dort die Grenze der Bürgerbeteiligung erreicht. „Das war eine Entscheidung des Rates und nur des Rates“, betonte sie. „Aber ich stimme ihnen zu, dass so eine Unterkunft die schwierige Integrationssituation nochmal schwieriger gemacht hat.“

Weitere Probleme: Wilde Müllkippen, Parkplätze, Sicherheit

Neben den Ideen für mehr Bürgerbeteiligung diskutierten die Bürger auch über Problemfelder im Bezirk – wilde Müllkippen, die Bewirtschaftung von Parkplätzen, eine fehlende Rampe an der S-Bahn-Station Chorweiler-Nord, eine Außengastronomie auf dem Pariser Platz oder mehr Sicherheit und Schutz im Stadtbezirk.

Alle Anregungen werden nun auf der Internetseite der Stadt veröffentlicht und gehen in die Entwicklung der Leitlinien mit ein. „Ich finde die Veranstaltung und die Idee dahinter großartig“, sagt Simone Cazin. „Ich hoffe, dass es am Ende nicht nur warme Luft ist.“ Im Herbst startet eine neue Auflage des Stadtgesprächs. Dort soll unter dem Motto „Kölner Perspektiven 2030“ die zukünftige Entwicklung Kölns diskutiert werden….Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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Projekt „Wohnen für Hilfe“ in Heimersdorf: Biete Zimmer, suche gute Gespräche

Eine Portion Toleranz ist vonnöten, und es braucht Zeit, damit Vertrauen wachsen kann.

So lautet das Fazit von Elise Pisapane. Vor zweieinhalb Jahren nahm sie in ihr Heimersdorfer Haus einen Studenten aus Ecuador auf. Miete zahlt der 25-Jährige, der an der Sporthochschule studiert, für sein 20 Quadratmeter großes Souterrainzimmer nicht. Stattdessen unterstützt er seine betagte Mitbewohnerin im Alltag, kauft ein, löst Computerprobleme, verrichtet Gartenarbeit und, ganz wichtig, unterhält sich abends mit ihr.

„Ich brauche Austausch“

„Diese Bedingung habe ich gestellt, dass jemand bei mir wohnt, der mit mir Konversation macht, ich brauche Austausch“, sagt Pisapane, die ihr genaues Alter nicht verraten möchte. Sie betont: „Auch er profitiert davon, mittlerweile spricht er perfekt Deutsch.“

Voraussichtlich werde der Student, Jorge mit Vornamen, noch zwei Jahre bleiben. Mit ihm steht die pensionierte Lehrerin, die selbst drei Kinder und zwei Enkel hat, längst auf freundschaftlichem Fuß. Zum Jahreswechsel ist etwa geplant, dass sie mit nach Ecuador fliegt, um im Kreise seiner Familie die Weihnachtstage zu verbringen.

Hilfe im Haus

Die Seniorin und der junge Mann, sie bilden ein Gespann, das auf Basis einer Wohnpartnerschaft zusammenfand. Vermittelt wurde die von „Wohnen für Hilfe“, einem Projekt, das von der Universität und der Stadt Köln getragen wird.

Gegründet wurde es 2005, um verzweifelt wohnungsuchenden Studenten zu einem Dach über dem Kopf zu verhelfen, aber auch als Möglichkeit für alleinlebende Senioren, die noch nicht pflegebedürftig sind und dennoch ihren Alltag nicht mehr allein bewältigen können, sich Hilfe ins Haus zu holen.

Heike Bermond und Sandra Wiegeler haben die Vermittlungsagentur aufgebaut, leiten sie nach wie vor und stellten sie jetzt im Johanniterstift Gut Heuserhof vor – auf Einladung von Edeltraud Stecher, Koordinatorin des Seniorennetzwerks Heimersdorf. Rund 30 Interessierte waren gekommen.

Ursprünglich nur für ältere Menschen konzipiert, habe man 2009 den Personenkreis erweitert, berichtete Bermond. Seither kann jeder Kölner, unabhängig vom Alter, Bedarf bei „Wohnen für Hilfe“ anmelden, auch Familien mit Kindern und Singles. Voraussetzung ist nur, dass man ein separates Zimmer zur Verfügung stellen kann.

Trotzdem seien es nach wie vor hauptsächlich Senioren, die einen studentischen Mitbewohner anforderten, sagte Bermond.

Pro Quadratmeter eine Stunde Arbeit im Monat

Im Durchschnitt seien die Zimmer 15 bis 20 Quadratmeter groß. Es gilt die Regel: Pro Quadratmeter wird im Monat eine Stunde lang gearbeitet. Werden Küche und Bad mitbenutzt, wird das anteilig mitberechnet. Hinzu kommen die Nebenkosten für Wasser, Strom, Heizung, die zahlt der Student extra, es wird eine Pauschale von drei Euro pro Quadratmeter veranschlagt.

„Man muss gucken, was kann der Student leisten, zur Not kann man zusätzliche Hilfeleistungen auch bezahlen“, sagte Wiegeler. „Das Projekt lebt davon, dass man offen miteinander redet.“

Sie betonte: „Es werden keine Pflegeleistungen erbracht, sondern nur haushaltsnahe Dienste.“ Zum Beispiel Einkaufen, den Hund ausführen, auch Putzen und Kochen. Pflege meint dagegen Hilfe bei körperlichen Verrichtungen wie Duschen, Haare waschen oder Strümpfe anziehen.

„Topf und Deckel müssen sich finden“

Am Anfang steht ein Hausbesuch. „Wir gehen dann mit dem Bewerber einen Fragebogen durch, gucken, was macht er für einen Eindruck“, berichtete Bermond. Dasselbe Verfahren beim Wohnraumanbieter, ebenfalls Hausbesuch und Fragebogen.

„Wir überlegen genau, wer passt zu wem, Topf und Deckel müssen sich finden.“ Auch potenzielle Streitthemen würden im Vorfeld angesprochen, ob geraucht werden darf oder Übernachtungsbesuch erlaubt ist. Bei späteren Konflikten während des Zusammenwohnens stehen die Koordinatorinnen bereit, um zu vermitteln.

Bei den Zuhörern war vorsichtiges Interesse, aber auch Skepsis zu spüren. Ob denn überhaupt der Kölner Norden als Wohnort für Studenten attraktiv sei, lautete eine Frage. Bermond gab zu, die meisten Studenten wollten uninah leben, angesichts der Wohnungsnot seien sie aber bereit, Abstriche zu machen. Bislang seien im Stadtbezirk Chorweiler nur wenige Wohnpartnerschaften entstanden.

Einigkeit herrschte darüber, dass es in Heimersdorf Bedarf an Unterstützung und auch ausreichenden Wohnraum gibt. Im Stadtteil, in den 60er Jahren der kinderreichste in ganz Deutschland, leben heute überdurchschnittlich viele ältere Menschen, 36 Prozent der rund 6000 Bewohner sind über 60 Jahre alt. „Es gibt hier ganze Straßenzüge, da wohnt in jedem Haus immer nur eine Witwe“, beschrieb eine Frau.

Gleichzeitig seien die Siedlungshäuser meist winzig und hätten einen eher ungünstigen Zimmerzuschnitt. „Mein Mann und ich müssten extra Platz schaffen“, sagte etwa eine 75-Jährige. „Wir beschäftigen uns erst in Gedanken mit der Idee, zögern noch.“

Mit der Veranstaltung habe sie einen Impuls setzen wollen, sagte Edeltraud Stecher vom Seniorennetzwerk. Vor allem bei den Senioren, die nicht in einer der beiden Kirchengemeinden aktiv seien, sei die Einsamkeit groß. „Einen Versuch war es mir wert, dieses Angebot stärker in Heimersdorf bekannt zu machen“, so Stecher….Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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Longerich: Grundschüler sammeln bei Sponsorenlauf 6200 Euro

Bei so sportlichen Schülern sind Elterntaxi-Transporte bis vor das Schultor gewiss nicht nötig: Insgesamt 6200 Euro an Umsatz haben die 210 Mädchen und Jungen der Gemeinschafts-Grundschule Gartenstadt an der Altonaer Straße 32 am 22. März bei ihrem schulinternen Sponsorenlauf erreicht.

Die Hälfte davon, 3100 Euro, brachte nun eine zehnköpfige Delegation der Klassensprecher und ihren Stellvertretern aus den Jahrgangsstufen 2 bis 4 beim Jugendclub Heckweg 30 des Kölner Selbsthilfe e.V. vorbei. Danach erkundeten sie den riesengroßen Garten des Jugendzentrums und kletterten auf den Gebäuden der kleinen Westernstadt herum.

Teil der Spende wird in Chorprojekt investiert

„Wir freuen uns sehr über die Spende“, lobte Grischa Silberhorn, seit 1. Mai neuer Co-Leiter des Kinder- und Jugendspielhofs neben Anni Berens. Die vorherige Leiterin Regine Abstins ist in den Ruhestand gegangen. „Und nun seht ihr auch, was ihr durch euren sportlichen Einsatz möglich gemacht habt.“

Das Geld geht in die „Tischlein deck Dich“-Aktion, die Kindern und Jugendlichen ein kostenloses Mittagessen in der Einrichtung ermöglicht. „Es war insgesamt unser vierter Lauf“, erläutert Stefanie Geiger, die an der Schule die Sportprojekte organisiert. „Im vorigen Jahr haben wir Unicef unterstützt, dieses Mal wollten wir wieder etwas Lokales machen.“

Vorher hätte niemand gedacht, dass die Schüler so viele Runden auf dem Sportfeld hinter der Schule schaffen würden – alle hatten sich im Angehörigen- oder Verwandtenkreis sowie auch bei einigen Läden Sponsoren gesucht, die sich bereit erklärten, pro geschaffter Runde einen Betrag nach Wahl zu stiften. „Die Omas und Opas haben angerufen und waren ganz verblüfft – ob vielleicht Doping im Spiel war, wollten sie wissen“, erzählte sie schmunzelnd.

Die andere Hälfte des erlaufenen Geldes verbleibt in der Schule. Hiervon wollen sie ihre Teilnahme am Schul-Chorprojekt „Klasse! Wir singen“ finanzieren, in dessen Rahmen sie am 23. Juni in der Lanxess-Arena auftreten werden.

Vom Erlös aus dem Lauf zahlt die Schule unter anderem Busfahrten, Noten, T-Shirts, CDs und die Beiträge für die Initiative. Die komplette Schülerschaft nimmt an dem Projekt teil. (bes)…Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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