20 000 gegen Habibs Abschiebung – Ott schreibt an Innenminister

Report-K

Köln | Die Abschiebung soll in ein paar Tagen vollzogen werden. Doch die Freunde von Südstadt-Koch Habib Khan machen im Netz dagegen mobil.

report-k hatte von der geplanten Abschiebung des jungen Mannes, der 2012 aus Bangladesh nach Deutschland kam und in der Südstadt-Lokalität Bagatelle Fuß fand und jetzt in Abschiebehaft sitzt, berichtet.

Das Ausländeramt verweist in der Begründung auf nicht eingereichte, gar gefälschte Dokumente. Habib habe demzufolge nicht mit den Behörden kooperiert. Eine Sprecherin gab auf Nachfrage Auskunft: „Sein Asylantrag wurde vom zuständigen Bundesamt für Migration und Flüchtlinge abgelehnt, seine daraufhin eingereichte Klage vom Verwaltungsgericht Köln abgewiesen, so dass er seit dem 3.11.2015 vollziehbar ausreisepflichtig ist.

Aufgrund fehlender Identitätsdokumente wurde er bis heute im Bundesgebiet geduldet. Seinen Mitwirkungspflichten zur Identitätsklärung ist er seit Jahren nicht nachgekommen. Vielmehr hat er zunächst gefälschte Papiere vorgelegt und in Folge die Herausgabe seiner Geburtsurkunde über Jahre verweigert.“

Sein Arbeitgeber Daniel Rabe, Wirt der Bagatalle, bestreitet das vehement. Er verweist auf die tadellose Integration des Kochs und erklärt, dass er die benötigten Unterlagen aus seiner früheren Heimat als dort Staatenloser nie erhalten habe und deshalb gar nicht habe abgeben können.

Vergeblich versucht Rabe den Koch momentan zu erreichen, der Zugang zur Abschiebehaft sei jedoch gekappt.

Dafür ist eine Solidaritätswelle im Netz angerollt, die ihresgleichen sucht. Eine online-Petition, die sich für den Verbleib des Kochs ausspricht, haben innerhalb weniger Stunden fast 20 000 Menschen unterschrieben.

Habib droht die Abschiebung. Foto: Rabe

Köln: Jochen Ott (SPD) fordert Landesregierung zum Handeln auf

„Ein Mensch kommt nach Köln, integriert sich 10 Jahre lang mehr als vorbildlich und wird jetzt in die Hölle geschickt. Mal völlig fern davon, dass wir aufgrund von massivem Fachkräftemangel den Tag herbeigesehnt haben wo er wieder Chefkoch wird. Es sah gerade gut aus, ein neuer Antrag wurde gestellt, alle waren optimistisch dass es jetzt klappen würde, wir haben Hoffnung in die neue Bundesregierung gelegt. 

Wir bitten das Land NRW zu handeln. Es gibt diesen Erlass, nach den Regeln darf er nicht abgeschoben werden. 

Bitte helft ihm. Bitte teilt diesen Beitrag. Oliver Kehrl, Jochen Ott, Sven Lehmann, Henriette Reker, er muss aus diesem Gefüngnis geholt werden bevor sein Flugzeug geht. Wir wissen nicht wann das der Fall sein soll. Wir haben keine Verbindung mehr zu ihm“, heißt es von Seiten der Initiatoren verzweifelt.

Eine Unterzeichnerin stellvertretend für viele Unterstützer der Petition: „Es ist ein großes Unrecht ihn abzuschieben. Verbrecher dürfen bleiben und anständige Menschen müssen gehn. Das darf nicht sein“

Jochen Ott (SPD). Foto: Bopp

report-k erreichte Jochen Ott (SPD) am Freitag Morgen. Auch an ihn hatten sich die Initiatoren mit ihrem Aufruf gewandt.

Der Landtagsabgeordnete und Fraktionsvize unterstütze die Petition an den Landtag und habe in der Sache bereits den Innenminister angeschrieben.
Ott: „Wir erwarten von der Landesregierung umgehend zu handeln. Wir meinen es müsste geklärt werden, warum die Hinweise des Arbeitgebers nicht berücksichtigt wurden.“

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